Image
Image
Image
CU
Mesh-Banner
2017

Die Arbeit „CU“ von Malte Urban bezieht sich auf das vorherige Banner, das an diesem Ort hing. Dargestellt war ein Grenzer der NVA, der die Besucher mit einem Fernglas fokussiert und sich gleichzeitig mit den Worten „See you“ an diese adressiert. Der Künstler stellt damit die Frage, ob sich das Bild der Mauer nicht einfach verändert hat, ob sie als solche unsichtbar geworden sind, oder ob sie an andere Orte, die wir genauso wenig einsehen können, verschoben wurden. Die Mauer ist nur einer von vielen Kontrollmechanismen, denen wir in unserer Bewegung und unserem Denken unterworfen sind: sie hindert uns daran, von A nach B zu gelangen. Da seit dem Mauerfall neue Möglichkeiten des Transports und Informationsflusses möglich geworden sind, Menschen mit Flugzeugen reisen und Daten über das Internet ausgetauscht werden, musste sich die Mauer den neuen Begebenheiten anpassen. Der Begriff des Post-Panoptikums fasst den Umstand, dass Menschen über Kommunikationstechnologien einer viel früheren, individuelleren und engeren Überwachung ausgesetzt sind, gut zusammen: wenn die Idee eines Grenzübertritts beeinflusst werden kann, verhindert man ihn vor seiner Umsetzung. Wo sitzt in diesem Fall nun der Grenzer? Der Grenzer der Gegenwart und Zukunft kann nicht üerall zugleich sein. Er benutzt dafür Werkzeuge der Fernüberwachung, wie zum Beispiel Satellit oder Radar, die ihm eine verbesserte Sicht über das Geschehen liefern.